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Der BittBoy – Retrogaming Emulator im Pocket-Format

Der BittBoy - Das Game Boy Gadget für unterwegs.
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Der BittBoy ist das neueste Retrogaming Gadget. Er ist klein, handlich und ein beeindruckendes Sammelsurium beliebter Spiele-Klassiker! Doch was verspricht der BittBoy, und was kann er?

Das große Vorbild: Der Game Boy

In den 90er Jahren war der Game Boy ein absoluter Hit für die Firma Nintendo. Im Herbst 1990 startete der Verkauf in Deutschland und bestätigte landesweit die vorherige Erfolgsgeschichte aus Japan und den USA. Die Verkaufszahlen gingen durch die Decke (rund 120 Millionen Einheiten weltweit) und durch das robuste und portable Design war der kleine Begleiter überall dabei. Die Verarbeitung war so widerstandsfähig, dass viele der alten Pocket-Konsolen noch heute funktionieren und ein Pusten auf die Karte eines Spieles nach wie vor fast alle Problemchen beheben kann! Super Mario von Nintendo feierte 2015 sein 30-jähriges Jubiläum und auch Sony hatte den Geburtstag seiner ersten Spielekonsole gefeiert. Beide Hersteller produzieren äußerst erfolgreich Retro-Konsolen und Konsolen im Retro-Look, wie beispielsweise den Nintendo Mini Classic.

Auf dieser Vermarktungswelle schwimmen momentan viele Unternehmen. Seit mehreren Jahren drängen immer mehr Retrokonsolen auf den Markt und versuchen die Popularität des Spieltrends zu Geld zu machen. Allen voran die Mini-Ausgaben betagter Konsolen und Heimcomputer, wie die alljährliche Revision des ATARI Flashback oder auch das frisch angekündigte C64 Mini.

Diesem Mini-Konzept folgt auch die chinesische Firma BittBoy, die ihren gleichnamigen Handheld unters Volk bringen möchte. Der BittBoy ist einer von vielen Klonen des Game Boys und soll das vertraute Gefühl der 90er Jahre beim Spielen wieder aufleben lassen. Doch wie sieht das Konzept des Herstellers aus? Wie will man die Brücke zwischen Retro und Modern meistern und was verhindert, dass der Verbraucher nicht einfach zum Original greift?

Meine Game Boys und Spiele Front und Rückseite

Retrofeeling pur! Meine Game Boys haben mir so manche langweilige Autofahrt auf dem Rücksitz versüßt.

Was der BittBoy verspricht

Der BittBoy wirbt mit 300 NES Spielen in einem mobilen Gerät und ist mit gerade mal 200 Gramm ein richtiges Fliegengewicht. Es gibt ihn in den Farben gelb, blau, rot, weiß und schwarz. Anders als der originale Game Boy hat der BittBoy ein 2,2″ IPS-Farbdisplay und ist außerdem deutlich kleiner (rund 7 x 10 x 1,5 cm). Er hat zudem vier Knöpfe statt der klassischen zwei. Bis zu drei Stunden Spielzeit soll der Li-Ion Akku bewerkstelligen können und anschließend via Mikro-USB ganz einfach wieder aufgeladen werden. So spart ihr euch die lästige Jagd nach neuen Batterien. Zu meiner Verwunderung ist der verbaute Akku sogar austauschbar!

Viele bekannte Spieleklassiker sind in diesem Knirps enthalten, ohne auch nur eine Zusatzeinstellung vornehmen zu müssen. Super Mario Bros, Tetris und Donkey Kong sind einige der populärsten. Eine Eigenschaft, die andere Mini Konsolen vermissen lassen. Außerdem könnt ihr das portable Spielgerät per RCA-Kabel an den Fernseher anschließen und am großen Bildschirm spielen. Das alles für rund 40 US-Dollar klingt erstmal überzeugend! Wenn da nicht das Problem mit den Lizenzen und nicht eingehaltenen Versprechungen wäre.

Farbauswahl Bittboy Mini Gameboy

Wie schon der Game Boy Color, so ist der BittBoy in unterschiedlichen Farben erhältlich (Screenshot Quelle: Bittboy Webseite).

Lizenzen, Rezensionen und das schlechte Gewissen

Es klingt zu schön, um wahr zu sein. Der BittBoy füllt eine Lücke der Retrobedürfnisse, ist aber leider nicht von Nintendo abgesegnet. Die Alternativen NES Mini Classic oder Super Nintendo Classic werden direkt von Nintendo verkauft, sind aber leider nicht mobil. Lediglich die Nintendo Switch ist für unterwegs, aber die Preisklassen und der Funktionsumfang dieser Geräte und des BittBoy liegen doch ein oder zwei Galaxien auseinander. So findet der geneigte Retrozocker für unterwegs solche inoffiziellen Gadgets. Als potentieller Käufer fragt man sich dann natürlich, wieso man vor das moralische Dilemma gestellt wird und der BittBoy überhaupt verkauft werden darf.

Die Rezensionen zum BittBoy sind nach der anfänglichen Welle an begeisterten Testern und Reviews auch gemischter geworden, denn der BittBoy hat nämlich neben Stärken auch einige Schwächen. So sind die Juni- und Juli-Rezensionen der User oft unkommentiert und augenscheinlich besser in der Bewertung. Man kann sehen, dass es im Laufe der Zeit ausführlichere Rezensionen gibt, die von der Bewertung schlechter werden. Generell einen Trend abzulesen ist meiner Meinung schwer, man hat aber einen Einblick, wie die Meinungen auseinander gehen und warum. So beschweren sich die User, dass auf manchen Geräten nur 129 Spiele enthalten sind anstatt der versprochenen 300. Das Kabel für den Fernseher ist ausgesprochen kurz und der Kundenservice bei Lieferproblemen fällt mal besser und mal schlechter aus. Ganz zu schweigen von einer fehlenden Kopfhörerbuchse. Und neue ROMs aufspielen geht ebenfalls nicht, wobei auch hier wieder eine Grauzone erreicht wäre.

Fazit: Guter Clone mit ein paar Schwächen

Nun, mit 40$ ist der Handheld nicht unbedingt ein Schnäppchen, nichtsdestotrotz ermöglicht der BittBoy Retrogaming für unterwegs, und zwar preiswerter als die firmeneigenen Produkte von Nintendo. Mit den abgespeckten 129 Spielen und einem Display mit blickwinkelstabiler IPS-Technologie wird Euch immer noch einiges fürs Geld geboten – viele Stunden Spielspaß inklusive. Als Gamer steht ihr also nur noch mit eurem Gewissen und Geldbeutel im Zwiegespräch und es bleibt zu hoffen, dass die Firmen die rechtliche Lage zufriedenstellend lösen werden. Bis dahin bleibe ich erstmal bei meinem Original!

Mehr Infos zum BittBoy erfahrt ihr auf der Seite des Herstellers und Aktuelles gibt’s auf dessen facebook Seite.

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