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Klassiker reloaded: Zanzarah – Das verborgene Portal

Feenkämpfe und Pixiejagd
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Wertung

8
7 Grafik
7 Sound
7 Story
9 Atmosphäre
8 Anspruch/Schwierigkeit
10 Gameplay

Das gibt es nicht! Wie kann es denn schon 13 Jahre her sein, seit ein Spiel wie Zanzarah – Das verborgene Portal auf dem Markt erschienen ist? Angesichts einer Neuauflage für Steam wird der geneigte Nostalgiker mal wieder an seine eigene Sterblichkeit erinnert und für Unbefleckte gibt es mit der Neuveröffentlichung von Zanzarah einen heißen Kandidaten für das nächste durchgezockte Wochenende. Dank dem Publisher Daedalic Entertainment konnten sich die Jungs und Mädels vom deutschen Entwicklerstudio Funatics nochmal um ihren Klassiker kümmern und Zanzarah für Windows 7 & Windows 8 fit machen. Aber worum geht es eigentlich? Beginnen wir noch einmal ganz vorn.

Feen, Elfen und anderer Mädchenkram

Nein, ganz so schlimm ist es dann doch nicht, denn hinter Zanzarah verbirgt sich solide Fantasy-Kost. Amy, die Heldin des Spiels, ist 18 Jahre alt und gelangt über einen Runenstein, den sie auf ihrem Dachboden findet, vom beschaulichen London in die wunderschön anmutende magische Parallelwelt Zanzarah. Diese Welt wurde einst errichtet, damit magische Wesen wie Kobolde und Zwerge vor der Verfolgung durch die Menschen fliehen konnten. Dieses vermeintliche Paradies wird nun jedoch von Schattenelfen bedroht und das empfindliche Gleichgewicht der zwei Welten scheint aus den Fugen geraten. Gut nur, dass es da eine Prophezeiung gibt, die von der Ankunft eines Menschen kündet, der die Balance wieder herzustellen vermag. Bloß, wie ging das nochmal? Leider ist die Prophezeiung nicht mehr vollständig und es ist nun Amys Aufgabe, die verlorenen Teile wiederzufinden und die Welt zu retten. Wir fangen ja klein an.

Gameplay: Quake III Arena meets Pokémon?!

Mag die Story auch etwas dünn und klischeebeladen sein, so gleicht dies das Gameplay wieder aus. Was zunächst nach einer absurden Mischung klingt, verbindet sich im Spiel auf fabelhafte Art und Weise. Ihr steuert Amy in der 3rd-Person-Ansicht durch eine wunderschöne 3D-Umgebung – die auch heute noch Charme hat – und gleich im ersten Dorf nach eurer Ankunft im Wunderland wird euch die härteste aller Entscheidungen abverlangt: Wählt euer Starterpokémon! Ok, hier sind es Feen, aber da werden Erinnerungen wach und Vermutungen laut, dass alle meine heutigen Vermeidungsstrategien bezüglich des Treffens von Entscheidungen genau in solchen Situationen begründet liegen. So will es genau überlegt sein, welche Fee dich auf der weiteren Reise begleitet, denn durch die Zuordnung von Elementen bilden sich natürlich auch verschiedene Stärken und Schwächen heraus. Wasserfeen sind effektiv gegen Feuerfeen und so weiter.

Zanzarah ist kein Pokémon-Klon. Auch wenn der im Zusammenhang mit Zanzarah oft verwendete Begriff „Fee“ dem Hardcore Quakespieler eine Gänsehaut entlockt, werden auch und gerade Fans solch actionreicher Spiele mit „Zanzarah – The Hidden Portal“ ihre Freude haben. […] Feen beschränken sich bei uns wahrlich nicht auf putzige kleine Wesen auf Glanzbildniveau, sondern sind großteils Monster- und Fabelwesen […]

Funatics

Hat man sich einmal für eine Starterfee entschieden, geht es auch schon hinaus in die Welt. Mithilfe von Feenkugeln können wilde Feen gefangen und in Kämpfen trainiert werden. Ab einer bestimmten Stufe entwickelt sich die Fee evolutionär weiter und wird stärker. Die Kämpfe finden dabei in einer Arena statt und werden in der Ego-Perspektive bestritten. Ohne Flachs: Diese Parts spielen sich wie ein Ego-Shooter, erfordern eine gewisse Geschicklichkeit und bekommen durch das jederzeit mögliche Auswechseln der Feen, offensive und defensive Zauber und die verschiedenen Element-Anfälligkeiten eine taktische Komponente.

Da geht noch was: Rätseln, Questen, Springen, Sammeln, Brettspiele spielen

Es ist ja nicht so, dass durch das Trainieren der Feen nicht schon genügend Suchtpotential vorhanden wäre – Zanzarah punktet auch noch in anderen Belangen. So gibt es über das gesamte Spiel verteilt genügend Nebenaufgaben, denen sich Spieler mit prokrastinativer Ader nach Belieben widmen können. Nebst Feen gibt es nämlich auch noch Pixies (kleine Kobolde), die gefangen werden wollen. Diese werden allerdings nicht in Kämpfen zusammengekloppt, sondern von Amy klassisch mit etwas Geschick sowie einem gezielten „Nacken-Würgegriff“ gepackt und eingesackt. Diese sind über die ganze Spielwelt verstreut und verlangen vom Spieler, auch den letzten Winkel eines jeden Areals zu erkunden. Und es lohnt sich, denn für jedes fünfte Pixie erhält der Spieler eine Belohnung in Form von Talern und anderen nützlichen Items.

Die Erkundung der Welt gestaltet sich aber als knifflig. Amy muss teilweise Sprungpassagen meistern und an Abgründen balancieren. Zudem sind immer wieder Wege versperrt, etwa durch große Dornenbüsche oder Steine, und müssen mit Zauberkarten, die ihr im Verlauf des Abenteuers findet, aus dem Weg geräumt werden. Auch geheime Gebiete werden so zugänglich und locken mit seltenen Feen, die eure Sammlung vervollständigen. In Städten findet ihr zusätzliche Herausforderungen und andere Feenkämpfer, mit denen ihr euch messen könnt. Und das eine oder andere Minigame erwartet euch auf dem Weg zur Rettung der Welt ebenfalls. Wer dann doch mal Hilfe benötigt, findet in dieser Komplettlösung von Zanzarah Cheats, Tipps und einen Walkthrough.

Blick unter die Kühlerhaube: setzt Zanzarah nach 13 Jahren Feenstaub an?

Optisch braucht sich Zanzarah nicht hinter anderen 3D-Spielen von damals zu verstecken. Tatsächlich ist das verborgene Portal auch heute noch hübsch anzuschauen und die Grafik damit gut gealtert. Ländliche Szenerien wechseln sich mit düsteren Katakomben ab. Lavahöhlen und tief verborgene Zwergenstädte beeindrucken ebenso wie die luftigen Paläste des Druiden. Besonders die liebevollen Details machen das Spiel heute noch ansehnlich.

Jedoch hat es Funatics bei der Neuauflage leider versäumt, die Auflösung an die aktuellen Monitore anzupassen. Mehr als 1024×768 Pixel sind nicht drin. Der fehlende High-Resolution-Support ist sehr schade und verschenktes Potential. [Anm. Danke an dieser Stelle an die Aufmerksamen Leser und ihre Lösung hierfür in den Kommentaren!]

Ebenso wirkt die Steuerung aus heutiger Sicht etwas sperrig und lässt den Wunsch nach einer Controller-Unterstützung in mir keimen. Im Kern ist und bleibt es noch das gleiche Spiel – eben wie vor 13 Jahren. Der Vorteil dabei: Wenn ihr wie ich noch alte Spielstände auf diversen Disketten und CDs gebunkert habt, könnt ihr diese ohne Probleme wieder hervorkramen, denn das Spiel erkennt sie anstandslos. Diese kleinen Freuden…

Was den Sound angeht, so birgt bereits das Hauptmenü den ersten Moment für gepflegte Gänsepelle auf den Unterarmen. Der Titelsong empfängt mit den ersten Klängen und man ist direkt wieder Teenager. Die gesamte Geräuschkulisse und die musikalische Untermalung besitzen auch heute noch eine gewisse Sogwirkung. Kopfhörer auf, Lautstärke hoch und alles andere vergessen.

Die ab und an einsetzende Sprachausgabe wirkt dagegen eher unfreiwillig komisch. Zwar gelingt dem Sprecher der Prophezeiung der Aufbau einer atmosphärischen Stimmung, jedoch wirken die vereinzelten Kommentare von Amy sowie die Kampfschreie der Feen regelrecht deplatziert. Die Entwickler beweisen jedoch Sinn für Humor: schon bei der ursprünglichen Fassung befand sich eine Outtakes-MP3 in den Programmordnern, welche die lustigen Versuche der Sprecher dokumentierten. Auch in der jetzigen Steam-Version gibt es diese Musikdateien sowie den gesamten Soundtrack, welchen ihr in einem Bonus-Ordner finden könnt. Feine Sache!

Mein Fazit zu Zanzarah – Das verborgene Portal

Abschließend kann ich sagen, dass ich es genossen habe, meine Erinnerungen mit diesem Spiel wieder aufleben zu lassen. Damals floss viel Herzblut in das Training meiner Feen und ich habe gern den einen oder anderen Nachmittag in der Welt von Zanzarah verbracht. Möglich, dass mein Eindruck von dem Spiel nostalgisch verklärt ist und ich die kapitalen Fehlerchen, die das Spiel durchaus besitzt, einfach nicht so stark ins Gewicht fallen lasse. Nichtsdestotrotz: Zanzarah macht Spaß und auch ein wenig süchtig. Und wer noch nicht das Vergnügen mit diesem spielgewordenen Märchen hatte: es sei euch ans Herz gelegt!

Die für moderne Betriebssysteme gerüstete Neuveröffentlichung ist seit dem 20. August verfügbar. Für rund 8 Euro geht der aktualisierte Klassiker von Daedalic & Funatics zu einem angenehmen Preis über die virtuelle Steam– sowie Humble Store-Ladentheke.

Quellen: Alle Angaben und Screenshots entstammen der Spielwebseite Zanzarah – Das verborgene Portal von Funatics (News) sowie aus eigenen Aufnahmen aus dem Spiel selbst.

3 Kommentare

  • Avatar Timothy sagt:

    Ach, wie cool! Das habe ich damals auch gespielt. Die Atmosphäre und die Musik fand ich richtig gut, das war/ist so richtig Fantasy. Ich fands schon immer schade, dass es nie einen Nachfolger gab. Aber immerhin gibt es jetzt die Möglichkeit das Ganze nochmal aufleben zu lassen. :-) Dein Quake meets Pokemon Vergleich klingt tatsächlich komisch, triffts aber genau auf den Punkt. Aber gerade die Mischung war innovativ!

  • Avatar Belgarath sagt:

    Btw., für die gängigen 16:9 und 16:10 Formate lassen sich hier Lösungen finden:

    http://forum.daedalic.de/viewtopic.php?f=273&t=5949&p=25774#p25774

    Die Modelle und Texturen werden natürlich nicht feiner, aber das Bild größer (oder schärfer, wenn man via Monitor hochskaliert/gezoomt hat).

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