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Auf der Suche nach dem heiligen gamescom Gral – Tag 1: Pixelgrafik & Indiezauber

72 Stunden auf der größten Spielemesse der Welt.
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10 Jahre gamescom in Köln, das ist eine beachtliche Zeit. Ich möchte ja nicht alt klingen, aber es kommt mir wie gestern vor, dass die gamescom noch Games Convention hieß und in Leipzig stattgefunden hat. Seither ist die Messe in unglaublichen Raten gewachsen und muss auch aus diesem Grund mittlerweile auf dem Messegelände in Köln/Deutz stattfinden. Zeitgleich mit dem stetig steigenden öffentlichen Interesse an Videospielen ist auch die gamescom zu weltweiter Bekanntheit gewachsen und mittlerweile die größte Videospielmesse der Welt – noch vor der E3 Los Angeles und der Tokyo Game Show.

Wo Licht ist, ist auch Schatten

Doch nicht alle sind so begeistert von der Popularität, die die größte Videospielmesse über die Jahre aufgebaut hat. Mit der enormen Reichweite kommt natürlich auch ein breitgefächertes Publikum, von Leuten, die vielleicht zwei Mal einen Controller in der Hand hatten, zusammen mit  (Groß-)Eltern, die noch nicht mal wissen, was ein Controller ist und nur ihre (Enkel-)Kinder herbegleiten. Und voll ist es. Übervoll. So voll, dass viele gar nicht mehr hingehen wollen, weil man „doch eh nur stundenlang ansteht“ und „wahrscheinlich gar nichts spielen kann“.

Ich bin jedoch schon immer begeisterter Besucher der gamescom, aber ich habe auch immer gepredigt, dass man nur hingehen sollte, wenn man bereit für ein anstrengendes und schwitziges Wochenende ist, an dem man in der Enge viel auf Tuchfühlung mit Fremden geht. Klar ist es immer ein tolles Erlebnis, an das man sich gerne erinnert. Aber man opfert zweifelsohne eine große Menge an Komfort dafür. Und sowas ist nun einmal nicht jedermanns Sache.

Der Lohn der Mühe: Beeindruckende Pixelgames

Aber das ist der Preis, den man eben zahlen muss, um das Neueste und Coolste der Gaming Branche nicht nur zu erfahren sondern zu erleben. Und um euch davon und von allem Drum und Dran zu berichten, hat mich Pixelnostalgie dieses Jahr exklusiv nach Köln einfliegen lassen.

Meine Aufgabe ist es natürlich, den nächsten großen Indie Kracher zu finden, den heiligen gamescom Gral, wenn man so will. Aber wenn man schon mal auf der gamescom ist, dann schaut man sich selbstverständlich so viel an, wie man schafft, bevor die Füße brennen und die Reizüberflutung langsam die Synapsen zum Glühen bringt.

Am ersten Tag zeigte mir The Arcade Crew gleich so einiges an Neuigkeiten, die gar nicht so nach Neuigkeiten aussehen. Mit dem an Metal Slug und Contra angelegtem Blazing Chrome werden direkt keine halben Sachen gemacht. Ein beeindruckend flüssiger und angenehm spielbarer Pixelshooter, der sich wie die alten Spiele anfühlt, aber doch irgendwie modern ist

Dark Souls in LowRes?

In eine andere Richtung geht Dark Devotion, ein Sidescroller RPG, bei dem die Entwickler mir schon im zweiten Satz mitteilten, dass das Spiel viele an Dark Souls erinnert. Da ich Dark Souls Expertin von höchstem Weltruhm bin, beäuge ich Dark Devotion mit besonders skeptischem Blick, werde aber ausschließlich positiv beeindruckt.

Das Spiel kombiniert altbekannte Sidescroller RPG Elemente mit einem Kampfsystem, dass für die begrenzten Dimensionen bedeutend viel Tiefe aufweist und – das merke ich schon in den ersten 5 Minuten – eine sehr steile Lernkurve hat. Dark Devotion ist nichts für Spieler, die nur eine oberflächliche und kurzweilige Spielerfahrung wünschen, denn es hat eine vielschichtige Story die unter anderem von Lovecraft inspiriert ist und von der man mit jedem neuen Item ein bisschen serviert bekommt.

„Nicht nur auf Ninja gemacht“

Das scheint ein sich entwickelnder Trend zu sein, denn auch The Messenger von Devolver und Sabotage geht einen vergleichbaren Weg. Der Entwickler Martin Brouard erzählte mir, dass The Messenger nicht nur ein auf alt gemachtes Ninja Spiel ist, sondern von dem heutigen technischen Standard durchaus profitiert hat. Das Spiel ist nicht einfach nur in 8 bit, sondern auch teilweise in 16 bit gestaltet, und es reagiert genau so intuitiv wie alle Big Budget Titel heutzutage. Aber für Retroästhetik gibt schließlich ein großes Publikum, sagt Brouard, und damit hat er nun wirklich kein Unrecht.

Grobe Pixel und dennoch hübscher als die Spiele unserer Kindheit

Ähnliches wird mir auch bei Zodiac Interactive gesagt. Tale of the Ice Staff ist inspiriert von klassischen Nintendo RPGs wie Zelda und kommt nur für die Switch heraus. Das Spiel vermittelt das gleiche Flair wie jene Klassiker, die man bis spät abends noch heimlich am Gameboy gespielt hat. Aber es hat eben auch eine besonders aufpolierte Pixelgrafik, besser als jede, die Zelda damals hätte haben können.

Heutzutage kann man Spiele eben aus völlig freien Stücken so designen. Seinerzeit hatte man keine Wahl, die Technik war der limitierende Faktor. Dennoch wecken so gestaltete Spiele auch heute noch die Gefühle und Stimmungen von einst. Tale of the Ice Staff ist somit in jedem Fall etwas für Freunde pixelnostalgischer Grafik und Spieler mit Hang zum klassischen RPG.

Der Trend zur Pixelgrafik

Letztlich geht der grafische Trend in der Indiebranche häufig zur Pixeloptik. Nicht wegen beschränkter Rechenleistung oder weil es einfach keinen anderen Weg gibt Videospiele zu visualisieren, sondern weil Pixelart mittlerweile ein anerkannter Kunststil ist, der für viele mit warmen Erinnerungen einhergeht und durch die heutige Technik noch maßgeblich verbessert wird.

Ich finde, es ist eine erfreuliche Entwicklung, dass sich viele Videospiele heutzutage als Kunst bezeichnen können. Deshalb bin ich gespannt, wie sich die Spiele-Industrie weiterentwickelt und welche Kunstformen in Zukunft entstehen werden. Besonders gespannt bin ich aber auch auf den morgigen Tag und was ich da alles auf der gamescom 2018 sehen, spielen und erleben werde. Ihr werdet es natürlich hier erfahren, im zweiten Teil meines gamescom Reports.

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