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Der aktuelle Boom um Retrospiele und –konsolen ist nicht zu bremsen. Doch warum ist dieses Thema so populär wie nie zuvor? In diesem Beitrag möchte ich die aktuelle Entwicklung in der Retro-Szene näher beleuchten, auf interessante Inhalte verweisen und natürlich die aktive Community protegieren. Im Abschnitt „Crossmedial“ erwarten Euch schmissige Chiptunes und die Dokumentation „I Love Retro“, mit zahlreichen Interviews bekannter Retro-Youtuber, ist im Beitrag ebenfalls verlinkt.

Retrocontent ist King

Zahllose Blogs, tumblr und Twitter Channels pumpen endlos Content ins weltweite Netz, um die vergangene Spiele-Historie aufzuarbeiten. Doch nicht nur das, der stagnierende Zeitschriftenmarkt erlebt mit dem Retrofeldzug eine Renaissance. Ob Macwelt oder Chip, derzeit erscheint einiges an Magazinen, die sich mit dem Thema befassen. Die retro GAMER ist sogar eine regelmäßig erscheinende Publikation die neben übersetzten Artikeln der UK Version auch mit Beiträgen der Urgesteine Heinrich Lenhardt und Anatol Locker versorgt wird. Zudem gibt es ein vergünstigtes Abo. In der M! lässt sich genauso wie in der (mittlerweile ehemaligen) Chip PowerPlay eine Retro Sparte ausmachen. Die Kombination von neuen und alten Games scheint allerdings nur schwer zu funktionieren, wie man am kürzlichen Ableben der Chip PowerPlay sehen konnte. Nach nur vier Ausgaben der Neuauflage war schon wieder Schluss. Dafür wird jetzt an einer digitalen Fortsetzung gearbeitet, für die gerade eine neue Redaktion zusammengetrommelt wird. Wahrscheinlich sollte bei so einer Idee die Zielgruppe enger gefasst und thematisch gezielter bedient werden. Als Retrogamer interessieren mich aktuelle Spiele nur randständig, sodass ich mich leider nie für ein Magazin der PowerPlay entschied und stets alternativ zugegriffen habe. Umgekehrt wird es bei Zockern moderner Games wahrscheinlich ähnlich sein – aber da lasse ich mich von Euch gern eines Besseren belehren – lasst Eure Meinung im Kommentarbereich einfach raus.

Triebfeder des Retro-Booms

Was befeuert die aktuelle Entwicklung? Sind es die „Spieler mit Vergangenheit“, wie sie Herr Lenhardt so liebevoll bezeichnet, oder doch eher die Programmierer mit Geschmack, die heutige Nostalgiezocker mit portierten Perlen auf unterschiedlichsten Plattformen mit den Hits von gestern versorgen?

Wohl kaum ein Henne-Ei-Problem mit unlösbarer Kausalrichtung, denn auch die Programmierer sind sicher einmal Zocker vergangener Tage gewesen, die nun mit viel Liebe zum Detail ihren digitalen Erinnerungen neues Leben einhauchen. Wittern allerdings gierige Publisher ein profitables Geschäft mit erfolgreichen Spielkonzepten, dann kann dies schnell auf Kosten der lechzenden Kunden mit Retro-Ambition gehen. Jedes Nostalgiegefühl wird mit ausgekochten Freemium-Modellen im Keim erstickt. Gott sei Dank gibt es Ausnahmen, wie beispielsweise DotEmu kürzlichst mit R-Type II bewies. Doch neben den wachsenden kommerziellen Aspekten, wie sie durch Mobile Apps in Erscheinung treten, engagieren sich vor allem Sammler und Vereine ehrenamtlich, um das Kulturgut der elektronischen Unterhaltung der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Der ABBUC (ATARI Bit Byter User Club) oder der Retro Games e.V. Karlsruhe treten hier besonders hervor. Gerade Letzterer hat sich der „Erhaltung und Pflege der Videospielkultur“ verschrieben und veranstaltet regelmäßig öffentliche „FreePlay“-Partys, auf denen die mühevoll restaurierten Unterhaltungs-Oldtimer bespielt werden dürfen.

Schlüsselelement Community

Findige Entwickler tüfteln seit Jahren an Emulatoren für- und Portierungen von ihren Lieblingsgames. Hoch aufgelöste Texturen werden ebenso kreiert wie zusätzliche Addons. Alles frei zum Download! Die Ursachen für diese unglaubliche Arbeit liegen einerseits in der Freude am Programmieren und der Herausforderung die undokumentierten Abläufe in den Konsolen mit Software nachzubauen. Andererseits spielt der kulturelle Hintergrund eine wichtige Rolle, den Videospiele in unserer Gesellschaft unbestreitbar haben. Dafür sprechen die zahlreichen Videospiel-Messen und Veranstaltungen, die weltweit zelebriert werden. Heerscharen von Zockern ziehen diese Events jedes Jahr an. Die Retro-Sparte hat sich dabei soweit vergrößert, dass mittlerweile eigene Events nur dafür abgehalten werden. Beispielsweise die britische Geekplay oder die Seattle Retro Gaming Expo. Doch auch hierzulande gibt es einige nennenswerte Veranstaltungen, wie die regelmäßig stattfindende Games People Play oder die alljährliche Lange Nacht der Computerspiele.

Crossmedial

Im Bereich der Chiptune Musik werden, durch Ausreizen der musikalischen Möglichkeiten alter C64- und Amiga-Soundchips, richtig schmissige Tracks gemixt. 8 Bit Weapon ist ganz klar eine der ganz großen Formationen und bereits seit 1999 im Business. In der Playliste unten verstecken sich einige Juwelen! Hört unbedingt bei Titel zwei, vier und acht rein. Doch nicht nur musikalisch wird der Pixelgeschichte Tribut gezollt. Der Minecraft-Entwickler Markus „Notch“ Persson gab jüngst bekannt, mit Warner Bros. in Verbindung zu stehen, um einen Film über das beliebte, grobpixelige Open-World-Game zu realisieren. Über dessen Umsetzung und Inhalte dürfen wir also gespannt sein. Ebenso soll der Konsolenkrieg, der Anfang der 90er Jahre zwischen Sega und Nintendo ausgetragen wurde, verfilmt werden. Ausgerechnet auch noch von Sony, die mit Ihrer Playstation die damalige Konsolenlandschaft komplett umkrempelten.

Fazit

Die alten Spiele zu spielen macht einfach Spaß! Also: Lasst Euch auf den Retro-Trip ein, besucht ein Event in Eurer Nähe oder holt einfach Eure Konsolen aus dem Keller, um Super Mario, Sonic oder einen anderen Urknalltitel zu zocken! Ihr werdet merken, dass das Flair von damals nicht verflogen ist und der Charme der liebevoll gestalteten Sprites sowie die 8bit Soundkulisse auch heute noch genauso anziehend sind wie einst.

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