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No Man’s Sky – Ist das noch Indie?

Fox auf intergalaktischer Entdeckungstour
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Wertung

6
10 Grafik
9 Sound
2 Story
7 Atmosphäre
4 Anspruch/Schwierigkeit
4 Gameplay

Die Unendlichkeit des Weltalls übt auf die meisten Menschen eine ungemeine Faszination aus. Trotz ständig fortlaufender Forschung und neuen Bildern von Teleskopen, die irgendwo durch das All treiben, hat die Menschheit bisher noch nicht einmal annähernd alles begriffen, was es im Weltraum zu begreifen gibt. Was wir da draußen wohl alles noch finden werden? Die Wahrheit? Ein Rezept für köstlichen Space-Kuchen? Oder vielleicht sogar ein gutes Indie Game?

Ein Wahnsinns-Hype um ein Indie Spiel!

Meine abenteuerliche Reise auf der Suche nach dem nächsten, großen Indie Hit führte mich – nach Gone Home – dieses Mal gar nicht so tief in den Dschungel verrückter Internetseiten, denn die wirklich vielversprechende Veröffentlichung No Man’s Sky war unmöglich zu überhören! Wenn nicht schon jeder Youtube Content Creator, deren Brüder und Omas eine Let’s Play Reihe von No Man’s Sky hochgeladen hätten, selbst dann wäre es für mich nicht möglich gewesen, dem Hype zu entfliehen! Alle großen Spieleportale und bestimmt 80% meines Freundeskreises reden über das Spiel.

Als ich es kaufen wollte, fiel mein Blick selbstredend auf den Preis und mir blieb fast die Luft weg. 60 Euro soll der Spaß kosten, also so viel wie ein Triple A Vollpreis-Spiel am Veröffentlichungstag. Ist denn das noch Indie? Was sich AAA Studios von Indie Entwicklern abschauen können hatten wir ja bereits besprochen, hinsichtlich der Preisklasse war es jedoch in diesem Fall anders herum, denn das ist man aus der Indie Szene nun wirklich nicht gewöhnt. Aber da Kosten und Nutzen nicht immer absehbar in Korrelation stehen, habe ich mich einfach mal auf das Abenteuer eingelassen!

Die Reise beginnt

Wir starten an einem zufälligen Punkt in einem zufälligen System als Raumschiffbrüchiger und müssen uns zunächst damit befassen, wie wir wieder mobil werden. Dafür sind erstmal diverse Ressourcen nötig, die wir mit unserem Multiwerkzeug abbauen können. Zum Einstieg in die Spielmechanik finde ich diese einfachen Aufgabenstellungen aber auch ganz nützlich, da man keinerlei Ahnung hat, welche Rohstoffe wertvoll bzw. notwendig sind und welche davon als überflüssige Inventarplatzfresser unser kleines Lager zumüllen. Mein terrestrisches Wissen ist hier auch keine Hilfe. Gold zum Beispiel ist erstmal unbrauchbar, ganz anders als meine irdischen Instinkte mir mitteilen.

Außer dem exzessiven Weltraumressourcenabbau hat das Spiel aber auch einen anthropologischen Aspekt für all diejenigen zu bieten, die sich gern mit Aliens auseinandersetzen. Obwohl bei solchen Themen immer mein Spitznamensgeber Fox Mulder aus mir wird, können die diversen Alienrassen in No Man’s Sky mein Interesse nicht lange aufrechterhalten. Die Hintergrundgeschichte, die ich erhalte, ist klischeehaft, wird in langen, nicht synchronisierten Textblöcken präsentiert und nach der zweiten Ruine, die ich finde, habe ich schon keine Lust mehr, das alles selbst lesen zu müssen.

Es ist nicht alles schlecht in No Man’s Sky

Trotz der allgemein eher ernüchternden Spielerfahrungen, die ich mit No Man’s Sky gemacht habe, muss ich dem Spiel eines zu Gute halten: Der Soundtrack ist absolut stimmig und erinnert mich stark an die meisterhaften Soundtracks von Spieleentwickler Bungie, wie man sie in Destiny oder den Spielen der Halo-Serie findet. Außerdem ist die Grafik wirklich hübsch anzusehen und das Gameplay lässt mein Entdeckerherz aufblühen.

Nur noch einen Planeten entdecken, nur noch ein Signal finden, dann höre ich für heute auf!

– stereotypischer No Man’s Sky Spieler

Irgendwie macht das Spiel auch süchtig, das muss ich schon zugeben. Ich ertappe mich häufig dabei, wie ich mir sage ‘Nur noch einen Planeten entdecken, nur noch ein Signal finden, dann höre ich für heute auf!’ Aber man weiß ja, dass man danach doch noch einmal kurz seine angehäuften Sachen verkaufen will. Oh und dann fehlen mir nur noch 30 Einheiten Eisen, bis ich mein Schiff verbessern kann… na das mache ich jetzt auch noch schnell.

Abschließende Bewertung der interplanetaren Erkundungstour: No Sky for Old Man!

Generell habe ich gemischte Gefühle, wie ich No Man’s Sky bewerten soll. Einerseits hat mir das Spielen Spaß gemacht und es kommt mir nicht so vor, als hätte ich die Stunden, die ich mit dem Entdecken von zahlreichen Planeten verbracht habe, verschwendet. Aber einen bitteren Beigeschmack kann ich nicht loswerden. Außerdem nagt der hohe Preis immer noch an mir. Werde ich No Man’s Sky weiterspielen? Mit Sicherheit. Aber es ist nicht die Antwort auf meine Suche nach den besten Indie Games. Also Startschubdüse an und auf zum nächsten Planeten, noch schnell ein Signal finden, meine 12 Schildsplitter verkaufen und dann mal sehen, was mir auf dem Weg so für vielversprechende Indie Spiele begegnen!

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